Nachtgedanken (Für meinen Sohn)

Am Abend regnete es, deine Mama tanzt im Regen. Die Jugendweihe geht zu Ende. Die letzten Minuten die Geschenke „zählen“. Nicht alles war perfekt, aber alles sehr gut. In der Erinnerung sehe ich mich, Bahnhof Zoo um 4.30 Uhr mit dir im Kinderwagen zum Frühdienst. Wir hatten keinen Krippenplatz, aber ich durfte dich mit auf Arbeit nehmen. Mein erstes Kochbuch, ich habe mir aufgeschrieben was du magst und was nicht, alles schön püriert. Es existiert auch noch in einer Kiste in der Garage.  Ab irgendwann dann immer am gleichen Ort. Kita- Kita, Hort – Hort. Zufällige Absicht? Die Tage die es dir nicht gut ging und du am kleinen Zaun standest, der deine Kitagruppe von meiner trennte. Dein Lächeln, wenn ich etwas Zeit hatte. Und deine Geschichten aus einer anderen Welt, die nur du verstanden hast. Später dann dezenter Rückzug, es war für dich uncool, wenn dein Vater in der Nähe war. Dann vor einigen Wochen diese Situation im Bus, du mit deinen Kumpels, stelle mich lächelnd etwas nach vorne, Eltern sind peinlich, wenn man 14 ist. Doch du siehst mich, drängelst dich durch den vollen Bus, um mich zu umarmen und mir zu sagen das du mich liebhast. Dann gehst du zurück zu deinen Kumpels. Wir waren so lange zusammen, waren so lange getrennt, wenn ich auf Föhr arbeitete oder die Nächte in den Wohngruppen. Ich finde in einem Ordner ein kleines Gedicht, geschrieben im Februar 2010.

 wenn du schläfst

lege ich mein ohr

an dein herz

an deinen mund

höre es schlagen

höre deinen atem

weiß das du

bist

Die Luft, die jetzt durch das Fenster kommt, ist frischer, noch schnell einen letzten Zug. Ich bin müde und weiß du schläfst schon. Eigentlich wollte ich Worte finden, die das ausdrücken könnten, was ich fühle. Aber es gibt sie nicht, nicht wenn etwas so tief ist. Leise öffne ich die Tür, gehe den Flur entlang, öffne die Tür zu deinem Zimmer, stehe einen Augenblick in der Tür und in meinen Gedanken leg ich mein Ohr an dein Herz und deinen Mund.

 

Rückblick und Zukunftsgedanken

Lange her und ich wollte öfter schreiben. Es gibt immer was zu berichten, aber nicht immer etwas zu sagen. Aber ein kleiner Rückblick. Ich habe heute viel an Barcelona gedacht. Es gibt aber auch hier viel zu berichten, wie Strahlen, Dinge passieren in so viele Richtungen. Da war der wunderschöne Sohn- Vatertag, an dem wir einen neuen Lieblingschinesen gefunden haben. Eine gelungene Konfirmation in Löhne, eine in Potsdam. Im Floorball Siege und Niederlagen, nicht immer ganz fair, aber so ist es mit der Sonne und dem Regen. In Hamburg war viel Sonne. Wirklich liebe Menschen kennengelernt (liebe Grüße an Melli, Olena, Susanne, Christa und Dorota) und die Prüfungen zum Erziehung und Entwicklungsberater glaube ich ganz gut hinbekommen. Immer wieder die Beschäftigung mit der Vergangenheit, um die Schatten zu verstehen und die Zukunft zu erLEBEN. Anton ist 19 geworden und Matthes Jugendweihe rückt immer näher. Und auf Arbeit verändern sich die Dinge und werden sich weiter verändern. Das Neue so lange erwartete Album von Angus und Julia Stone ist herausgekommen und irgendwie schaue ich mal wieder durch das Schlüsselloch des Lebens, aber diesmal ist es spannend was da alles kommt an bekannten und unbekannten Dingen, Erfahrungen und Menschen. Oh, ich glaube ich habe das Gulasch anbrennen lassen. Altmodisch die Schallplatte umdrehen. Das Gulasch war noch ok. Also hat die Familie zu essen, könnte ich ja loslaufen nach Barcelona. Wenn ich so 25 km bis 30 km täglich schaffe, könnte ich Mitte Juli in Barcelona sein. Aber ich habe kein geeignetes Schuhwerk. Also gehe ich die 12 Schritte in die Küche, um das Gulasch nochmal umzurühren und dann schaue ich in den sonnigen Tag und denke Gulasch ist ok, Gulasch ist völlig ok.

Wenn man bei Jenga den untersten Stein nimmt und der Turm fällt nicht zusammen

Jeder kennt sein Leben, jeder weiß was war, nie was vor einem liegt, was war immer, glaubt man zumindest. Vorgestern wieder getroffen mit diesen beiden neuen Menschen, erstmals getroffen in der Klinik, die mir so nah geworden sind. Ich merke schon 2 Themen versuche ich mit psychedelischem ruhigem Rock zu verweben und muss aufpassen nicht in einem psychisch philosophischen Rausch zu verschwinden. Vielleicht ist es auch eine Angst, eine Flucht nicht zu berichten, was man berichten will. Es ist seltsam, wenn man auf der Suche nach sich selbst ein Stück seines Lebens verliert. Merke es wird wirr, auch im Kopf. Wie heißt es in einem Lied der Band „Sperling“ „Ich bin gerade überall, nur nicht bei mir“ Vorgestern mit den beiden durch den F‘hain Kiez, redend, suchend, essend, schweigend. Verstanden gefühlt. In Gedanken eine Umarmung für meine Frau, meinen Sohn. Sie waren nicht dabei, aber in meinen Gedanken, denn sie sind das Leben, das ich jetzt habe, dankbar. Und das Leben das wa(h)r? Auf der Selbstsuche gefunden das die ersten Jahre nicht so waren wie ich immer dachte. Eigentlich verändert sich nichts und doch alles. Es gibt viele Antworten auf Fragen, die ich nie gestellt habe. Ich weiß ich muss mich auf die Suche machen, um den unteren Stein zu finden, weiß nicht, ob es irgendeine Bedeutung hat, denke für mich schon.

7 Jahre und 1 Tag

7 Jahre und 1 Tag

Das man das so lange mit mir aushält, wo ich mich selbst so manchen Tag nicht ertrage…

…aber von mir aus auch gerne weiter

…und noch weiter

Vorbereitungen

Ja, bald schon ist Matthes Jugendweihe und die Vorbereitungen laufen und ja in dieser Zeit erinnere ich mich gerne an meine Jugendweihe…

Ach nee….

 

…das war meine Jugendweihe…

Warum Dresden?

Ich habe überlegt, ob ich einen trockenen Bericht über Dresden schreibe oder wieder gedankenversunken in den Sphären meines wirren Ichs herumhüpfe. Und genau – ich habe mich für beides entschieden.

Warum Dresden?

Die letzten Monate wirken wie Jahre und die Einsicht zur Beschäftigung mit sich selbst kam spät. Vielleicht fast zu spät. Zog ich mich immer weiter in mein Schneckenhaus zurück und klopften Menschen, die mir wichtig sind und waren vorsichtig an, überhörte ich es. Immer seltener klopfte es. Immer weniger erwartete man eine Antwort, immer seltener gab es eine Antwort.

Irgendwann war der Abstand so groß, dass mir alle Menschen fremd waren.

Und warum nun Dresden?

Die Spuren waren auch später noch zu sehen, nachdem das Schneckenhaus schon auseinanderbrach. Tiefe Furchen auf den Wegen zu mir, von mir. Man konnte leicht umknicken und musste sehr langsam gehen.

Dresden war ein schöner Weg wieder nebeneinander, miteinander zu gehen. Ein Wochenende nur für uns. Und Dresden. Eine schöne Stadt, eine sehr schöne Stadt. 2 Tage genossen, die Welt da draußen, die Welt da drinnen. Die „Alten Meister“ eine wirkliche Erfahrung, wunderbares Essen im Pulverfass. Regen und Sonne. Ein gutes Wetter, um die Spuren aufzuweichen und die Furchen kleiner werden zu lassen.

80

Bemerkenswerte Leistung, herzlichen Glückwunsch „alter“ Mann.

Bester Vater der Welt.

Kleingärtner des Jahres

Best Kartoffelsuppenkocher

Toller Opa

und soviel mehr.

Vielen Dank für mein Leben

 

 

Es ging wieder los

Es ging wieder los, die Floorballsaison. Wie fast immer beginnt die Saison mit dem Pokal der Herren und diesmal wurde der Bann gebrochen, immer in der ersten Runde raus zu fliegen. Mit einem 14 zu 2 gegen den SV Espenau konnte man sich für die 2.Runde qualifizieren. Dort trifft man auf die 2. Mannschaft der Lielenthaler Wölfe. Für dieses Spiel muss das Team nach Niedersachsen, kurz hinter Bremen. Sicher eine machbare Aufgabe, aber auswärts ist es immer etwas schwerer. Aber wir drücken die Daumen (Spiel im Oktober)

Die kleine Birke

Sie stand immer da wenn ich auf unserer Terrasse saß, immer in meinem Blickfeld. Eine junge Birke, eine kleine Birke. Ich habe sie im vorbeigehen berührt. Sitze auf der Terrasse und schaue sie an. Wie alt werden Birken? 120 Jahre lese ich. Diese ist vielleicht 150 cm, wie alt sie dann? Früher musste man die Natur verstehen, heute benutzt man sein Handy. 3 Jahre etwa ist die Birke alt, eher weniger. Es ist ruhig auf der Terrasse. Der Morgen Nebel an einem Tag, Sonne pur einen anderen Tag. Guten Morgen kleine Birke. Wie es wohl hier aussieht in 117 Jahren. Die Birke wird Schatten spenden, wenn es das Haus noch gibt, dem Haus, oder einem Wanderer. Vielleicht einem Urenkel, der an ihr lehnt, weil er dies hier gelesen hat. Ein schöner Gedanke, wenn auch sehr traumverhangen. Ich, ich werde in 117 Jahren schon lange nicht mehr sein. Ich hab sie oft berührt die Birke, vorsichtig und vielleicht ist ein kleines Stück Haut übergegangen in die Kleine Birke und so trägt sie mich mit, all die Jahre.

Ich habe nochmal nachgerechnet. Es wäre nicht mein Urenkel der an der Birke lehnt, nein eher mein Ur-Urenkel.