10 Leben – ein Bild

Es gibt diese Sendung „Ein Leben in 10 Bildern“. Ein berühmter Mensch erhält dort anhand von 10 Bildern eine kleine Biographie. Auf meinem Bild sind 10 Leben. Es ist eines dieser Bilder die ich immer wieder hervorhole. Ein kleiner Schatz der Vorfahren. Und ihre Leben? Ich möchte mit Elisabeth beginnen, rechts unten. Warum mit ihr? Sie ist unbekannt man weiß nicht mehr als ihren Namen. Mich würde interessieren warum. Links daneben mein Uropa, Paul geb. 1869. Er war Bäckermeister und Straßenbahnfahrer.1942 ist er gestorben. Uroma Maria, Sie starb 1936 in Cottbus und wurde 66 Jahre. Ich hab einige Bilder von ihr, auf keinem lächelt sie, auf diesem ein wenig. Daneben Georg, ich weiß nicht wann er geboren wurde, wann gestorben, aber ich weiß er war Flugzeugmechaniker und mit Anna verheiratet. Hinter ihm der Sonnenschein der Familie: Hildegard, auch genannt die wilde Hilde oder die rote Hilde (wegen den Haaren?) war wohl immer gut gelaunt und keine Party ohne sie. 1908 wurde sie geboren und starb 1985 in Cottbus wo sie ihr ganzes Leben lang gelebt hat und passend eine uneheliche Tochter Eva Maria. Daneben Fritz, gefallen im 2. WK. Er hatte eine Frau und einen Sohn. Neben Fritz steht Otto, er ist 1899 geboren, hat 1929 Martha geheiratet. Sie hatten eine Tochter. Otto starb 1988 in Berlin. In Westberlin. Dann Helmut, er wurde nur 35, hatte Frau und Kind. Starb 1942, wahrscheinlich gefallen. Daneben Kurt, mein Opa. Nie kennengelernt da er schon 1956 verstarb, sehr krank. Gerade mal 58, oh genau wie ich heute. Er war Sattler von Beruf. 1938 hat er in Berlin Adlershof meine Oma Marie Agnes geheiratet. Zusammen hatten sie 2 Söhne. Einer war mein Vater. Und dann ist da noch Arnold, der Lieblingsonkel meines Vaters. Er war Drucker und Buchbinder, seine Frau hieß Charlotte, Lotte genannt. Er starb 1985 in Königs Wusterhausen.

Für den einen oder anderen mag es langweilig sein, für mich Geschichte, ein kleines Stück Weltgeschichte und vor allem meine Geschichte.

 

Augenblicke wenn das Herz des Ahnenforschers frohlocket

Anna Herrmine Florentine Elisabeth Butterlin ist eine Cousine des 4.Grades. Ich weiß nicht viel über sie. 1836 geboren, 1837 gestorben. Nur ein Jahr ist sie geworden und doch hilft sie mir sehr weiter, mit dem Eintrag in einem Kirchenbuch. Am 3. Mai 1836 wurde sie getauft und liefert mir Eltern und wahrscheinlich auch Großeltern und eventuell auch das Geburtsdatum. Alles konnte ich noch nicht „übersetzen“, aber das sind die Augenblicke wenn das Herz des Ahnenforschers frohlocket.

 

Lachen am anderem Ende des Denkens

 

 

Minutenlang schaue ich auf das Bild, bevor ich ein Wort schreiben kann. Seht ihr das Lachen des alten Mannes? Matthes scheint etwas zu erzählen und sein Uropa scheint zu verstehen und lacht, lacht in einer Zeit, in der er selten lachte.

Kurz eine Pause, der Blick wird glasig.

Ich erinnere mich an diesen Tag.

Wir klingelten an der Wohnung in Berlin. Uroma öffnete und mir war wie immer etwas unwohl, das lag aber sicher nicht an der Oma, nicht an dem Besuch an sich. Langsam gingen wir ins Wohnzimmer, Uropa schaute mich an und ich wusste das er nicht weiß, wer ich bin. Wie immer. Er begrüßte mich freundlich und fragte auch wie es mir geht. Es war eine Höflichkeit, um seine Unwissenheit zu überspielen, vielleicht gab es ja diesen kleinen klaren Moment.

„Dich habe ich schon mal gesehen“ sagte er lächelnd, als Matthes hinter mir vorkam. „Dich kenne ich“ sagte er und er nahm Matthes auf den Schoß, alle anderen bereit loszuspringen, falls er Matthes fallen lässt. Aber er tat es nicht. Matthes saß und sie redeten und Opa lachte, lacht in einer Zeit, in der er selten lachte.

Matthes Uropa zu der Zeit schon schwer Demenzkrank. Wollte nachts los, um arbeiten zu gehen, obwohl er schon lange Rentner war, erkannte niemanden mehr oder wenn nur kurz. Aber Matthes war das egal, das war sein Uropa und auch wenn er oft Respekt vor ihm hatte, da er manchmal unberechenbar war. Dieses Lachen ist so schön, soviel wert, zu einer Zeit, in der sein Uropa selten lachte.

(Ruhe in Frieden)

Und wieder riefen die Ahnen

Ich habe ja noch etwas Zeit bevor ich mich wieder der Arbeit widme und so nahm ich mir vor das Material zu sichten das mir mein Onkel hinterließ. Es war Material der Ahnen, von Ahnentafel über Geburtsurkunden, Kirchenbucheinträge…..vieles davon in unschätzbarem Original.

Und  völlig gefangen sitze ich nun und arbeite an der bisher umfangreichsten Ahnentafel, ausgehend von Matthes. Bisher sind es 192 Personen (bestätigt nicht ausgedacht) und das Material ist bisher nur angekratzt. Vor allem bekam ich dann auch noch umfangreiches Material aus Löhne, was auch auf Bearbeitung wartet.

Die Ahnentafel würde, wenn man jeder Person 4 cm gibt, zur Zeit 2,5 Meter lang und 1 Meter hoch sein…

…und spannende Geschichten erfährt man. Einen Robert, lieber Robert den gab es schon mal. Geburtstag habe ich leider nicht, aber am4. August 1815 wurde er getauft 😉 (Und er hieß ehrlicher Weise: Robert Moritz Ferdinand)

80

Bemerkenswerte Leistung, herzlichen Glückwunsch „alter“ Mann.

Bester Vater der Welt.

Kleingärtner des Jahres

Best Kartoffelsuppenkocher

Toller Opa

und soviel mehr.

Vielen Dank für mein Leben

 

 

Heute im Damals

Die Bibel von 1852. Der eine Name darin Paul Schmidtsdorff. Auf der letzten Seite ein vergilbtes Bild und die Daten 1.10.17 und 1.12.18. Mich würde interessieren, was sie bedeuten, einen Angriff im 1.Weltkrieg, den man überlebt hat? Dann fällt das Foto heraus.  Die Jahreszahl 1944, der 19. Februar. Paul Schmidtsdorff?

Diese Bibel gehörte zu dem, was mein Onkel mir hinterließ, weil er wusste das ich es in Ehren halte und die Ahnen nicht vergesse. Dass die Ahnenforschung mein Hobby ist bekannt. (Artikel über meinen Onkel: Das letzte Wort oder Gespräch über den Tod – Mike Potsdam)

Die Zettel in der Bibel: „Der Bruder Mord von Abel und Kain“ Ich erinnre mich an die Kriege heute und früher in denen sich Menschen töten, die die gleiche Sprache sprechen. Eigentlich egal, Schreie klingen immer gleich. Der zweite Zettel in den Psalmen, ich denke für den Psalm 91 „Trost in Sterbensgefahr“. In diesem Augenblick denke ich an eine detonierende Granate, streiche über die Bibel.

Und ich stelle fest das es viele gibt die den Namen Paul als Zweitnamen in der Ahnenreihe haben, aber nur ein Paul. Mein Uropa. Doch er starb 1942. Und ich suche, wer es auf dem Bild sein könnte. Finde Helmut Paul, gefallen 1942. Suche weiter finde meinen Opa, gedient in beiden Weltkriegen. Was haben seine Augen gesehen? Ich schaue lese und komme irgendwann zu dem Schluss, dass die Bibel meinem Ur-Ur Opa gehörte (1828 bis 1912), der sie dann meinem Uropa gab, dann meinem Opa und der gab sie seinem ältesten Sohn. Meinem Onkel. Nun liegt sie in meiner Hand. Ich schließe sie und schaue auf den Mond, auf den sie alle schauten.

5 Väter

5 Generationen Väter in gerader Linie.

Ohne sie alle gebe es meinen wunderbaren Sohn nicht.

Herzlichen Glückwunsch allen Vätern.

(Und ja, der süße Kleine auf Bild 2 bin ich….1967)

77 (Jahre)

Herzlichen Glückwunsch alter Mann, Vater, Papa, Papi, Helfer, Reparateur, Spaziergänger, Nachschlagewerk, Gärtner……und sicher noch so vieles mehr.

Ahnenerbeschatz

Ich hatte berichtet von meinem Onkel der nicht mehr so wollte und mich fragte ob ich alles von ihm nehme was Ahnenforschung angeht, sonst würde er es wegschmeißen, es interessiert sich ja keiner außer ich dafür. (Bericht über meinen Onkel)

Heute nun hab ich die Sachen bekommen.

Für viele wahrscheinlich nichts besonderes, für mich ein unsagbarer Schatz.

Eine alte signierte Bibel eines Ahnen, alte Taufscheine, Geburtsurkunden, Ahnentafeln, Feldpost, Bilder……..

Danke Onkel Klaus, ich halte es in Ehren.