Illusion Zeit

„Ja na klar, lass uns die Tage nochmal telefonieren und dann schauen wir wann wir Zeit finden uns zu sehen“

Sicher dauert es ein bisschen Zeit, bis die Trauer weicht. Zeit die man nicht hat. Zeit kommt und geht, schenkt und nimmt. Zeit ist liebevoll zerstörend und brutal liebevoll.

Ich glaube Zeit und Tod sind die 2 Dinge, über die wir versuchen am wenigsten nachzudenken. Damit meine ich nicht Zeit zu planen, sondern Zeit zu leben, Zeit zu sterben.

Gedankenspiralen über die Zeit: Kommst du heute nicht kommst du Morgen. Und was, wenn die Zeit heute zu Ende geht?

Plötzlich erkennt man das man Menschen zu wenig Beachtung geschenkt hat und anderen viel zu viel.

Man kann die Zeit nicht zurückdrehen, vorspulen bedingt.

Zeit spiegelt sich in den Erinnerungen. Also stehe auf, gehe zu den Menschen, die du magst, sammle mit ihnen Erinnerungen, ein lächeln ein nettes Wort oder finde die Zeit für dich auf verschneiten Wegen.

Ruhe – zu früh – in Erinnerung – in Frieden

Ich starre auf diesen Bildschirm, diese Seite, in der man Nachrichten eingibt. Oben links dein Profilbild, dein Name. Tippe einen Buchstaben und er erscheint, so wie ich es gewohnt bin, so wie ich es kenne. Ich lösche den Buchstaben wieder, drücke nicht auf Senden. Der Klos im Hals, ein Blick aus dem Fenster. Du hast immer schnell geantwortet. Solange bis es dir immer schwerer fiel.

Heute habe ich erfahren du wirst nie wieder antworten.

Damals in den 80igern, in Ostberlin haben wir gesagt, alt werden ist nichts für uns und so haben wir gelebt. Im „Rumba“: „Herbst in Peking“ „die anderen“ und vieles mehr gehört, selbst versucht Musik zu machen. Immer an der Grenze, meist darüber hinweggefegt. Gelebt ohne Verstand und dadurch das Leben verstanden. Zwischen Genie und Wahnsinn auf einem dünnen Balken balanciert. Dann hast du dich gefunden, ich mich verloren. Ich glaube nicht das ich heute der wäre der ich bin, wenn deine Tür nicht offen gewesen wäre, wo andere ihre verriegelt hatten.

Wir haben überlebt, wurden ruhiger, aber nie wirklich ruhig. Die Wege trennten sich, liefen nebenher, man wusste was der andere machte, oft auch dachte.

Ich starre auf diesen Bildschirm, diese Seite, in der man Nachrichten eingibt. Oben links dein Profilbild, dein Name. Tippe einen Buchstaben und er erscheint, so wie ich es gewohnt bin, so wie ich es kenne. Ich lösche den Buchstaben wieder, drücke nicht auf Senden. Den Kontakt löschen? Auf keinen Fall. Nicht vergessen wollen, können. Erst wenn man vergessen ist, ist man wirklich Tod.

Ich werde dich nicht vergessen. Ruhe in Frieden Rene S.

Machs gut alter Freund, seit fast 40 Jahren der erste Weg den wir nicht zusammen gehen können.

(es ist in den letzten Tagen nicht der einzige „alte“ Freund, der zu früh stirbt. Ruhe in Frieden Olaf)

Meine Alben 2024

Meine Alben des Jahres 2024, eine Mischung von Punk bis Shoegaze, von Gothic bis Psychedelic Rock-Pop. Es waren viele Alben, es waren gute Alben und so habe ich mich entschlossen wieder etwas zu sortieren. 10 mal 3 Alben auf die Plätze 1 bis 10😉

Auf Platz 1:

„Maida Vale“ mit dem Album „Sun Dog“ (psychedelischer Rock aus Schweden)

„NewDad“ mit dem Album „MADRA“ ( Indie Rock aus Irland)

„The Cure“ mit dem Album „Songs Of A Lost World“ (unverkennbar)

Auf Platz 2:

„Twenty One Pilots“  mit dem Album „Clancy“ (muss man nicht so viel zu sagen)

„Leftovers“ mit dem Album „Es kann sein das alles endet“, (feiner Indie Rock, D – Punk)

„Frank Carter & The Rattlesnakes“ mit „Dark Rainbow“ (Post Punk Rock….soviel)

Platz 3:

„Good Morning“ und dem Album „Good Morning Seven“

„Marika Hackmann“ mit „Big Sigh“

„Hamish Hawk“ und das Album „A Firmer Hand“ (alle 3 Indie Rock – Pop)

Platz 4:

„Sind“– „Es kommt mit der Zeit zurück“ (Berliner Band)

„Salo“ – „Das Blaue vom Himmel“ (NNDW/ Punk aus Österreich)

„Angus und Julia Stone“ – „Cape Forestier“ (australische Ausnahmemusiker)

Platz 5:

„Nick Cave and The Bad Seeds“ mit „Wild God“ (der Altmeister in Hochform)

„Tindersticks“ mit dem Album „Soft Tissue“ ( Britische Indie Mucke)

„Michael Kiwanuka“ mit „Small Changes“ (Soul, Pop der absoluten Extraklasse)

Platz 6:

„Starflyer59“mit „Lust for Gold“ (British Shoegaze, Dreamy Space Rock…sagt die Band)

„Wolke“ mit „Wolke“ (leider viel zu unbekannte Band aus Köln)

„DeWolff“ mit „Muscle Shoals“ (Genremix: Blues Soul Rock aus den Niederlanden)

Platz 7:

„Aurora“ mit „What Happened To The Heart“ (Pop der „anderen“ Extraklasse)

„Jack White“ mit „No Name“ (Rock des EX „White Stripe“)

„Agent Blä“ mit „Stab“ (Schwedischer Indie Pop)

Platz 8:

„Augn“ mit „Gerstenkorn“ (irgendwie Punk / Antipunk, sehr schräg, aber geil)

„Sperling“ mit „Menschen wie mir verzeiht man die Welt oder hasst sie“ (Düsterschön)

„Tom Odell“ mit „Black Friday“ (ach irgendwie ist er genial)

Platz 9:

„Subway to Sally“ mit „Post Mortem“ (man bleibt sich treu/ sehr gut)

„The Church“ mit „Eros Zeta and the Perfumed Guitars“ (Indie seit 1981)

„Beardfish“ mit „Songs For Beating Hearts“ (Prog Rock aus Schweden)

Platz 10:

„Whispering Sons“ mit „The Great Calm“ (Belgischer Post Punk)

„The Decemberists“ mit „As It Ever Was, So It Will Be Again“ (US-Folkrock…vielleicht)

„Ekkstacy“ mit „Ekkstacy“ (Irgendwie anders als die anderen und doch genauso)

10 Leben – ein Bild

Es gibt diese Sendung „Ein Leben in 10 Bildern“. Ein berühmter Mensch erhält dort anhand von 10 Bildern eine kleine Biographie. Auf meinem Bild sind 10 Leben. Es ist eines dieser Bilder die ich immer wieder hervorhole. Ein kleiner Schatz der Vorfahren. Und ihre Leben? Ich möchte mit Elisabeth beginnen, rechts unten. Warum mit ihr? Sie ist unbekannt man weiß nicht mehr als ihren Namen. Mich würde interessieren warum. Links daneben mein Uropa, Paul geb. 1869. Er war Bäckermeister und Straßenbahnfahrer.1942 ist er gestorben. Uroma Maria, Sie starb 1936 in Cottbus und wurde 66 Jahre. Ich hab einige Bilder von ihr, auf keinem lächelt sie, auf diesem ein wenig. Daneben Georg, ich weiß nicht wann er geboren wurde, wann gestorben, aber ich weiß er war Flugzeugmechaniker und mit Anna verheiratet. Hinter ihm der Sonnenschein der Familie: Hildegard, auch genannt die wilde Hilde oder die rote Hilde (wegen den Haaren?) war wohl immer gut gelaunt und keine Party ohne sie. 1908 wurde sie geboren und starb 1985 in Cottbus wo sie ihr ganzes Leben lang gelebt hat und passend eine uneheliche Tochter Eva Maria. Daneben Fritz, gefallen im 2. WK. Er hatte eine Frau und einen Sohn. Neben Fritz steht Otto, er ist 1899 geboren, hat 1929 Martha geheiratet. Sie hatten eine Tochter. Otto starb 1988 in Berlin. In Westberlin. Dann Helmut, er wurde nur 35, hatte Frau und Kind. Starb 1942, wahrscheinlich gefallen. Daneben Kurt, mein Opa. Nie kennengelernt da er schon 1956 verstarb, sehr krank. Gerade mal 58, oh genau wie ich heute. Er war Sattler von Beruf. 1938 hat er in Berlin Adlershof meine Oma Marie Agnes geheiratet. Zusammen hatten sie 2 Söhne. Einer war mein Vater. Und dann ist da noch Arnold, der Lieblingsonkel meines Vaters. Er war Drucker und Buchbinder, seine Frau hieß Charlotte, Lotte genannt. Er starb 1985 in Königs Wusterhausen.

Für den einen oder anderen mag es langweilig sein, für mich Geschichte, ein kleines Stück Weltgeschichte und vor allem meine Geschichte.

 

Bei ruhiger Musik zu lesen (keine Überschrift gefunden)

Auf meinem Schreibtisch liegt ein Lego Harry Potter, keine Ahnung, wo der herkommt. Vor einem Jahr war ich noch in der Klinik. Jahreswechsel an der Raucherecke. Irgendwann dann entlassen. Februar nach Dresden, nur wir beide, zusammenfinden, was zusammengehört. Im März dann wieder arbeiten, es tat so gut, ohne gut zu tun. Zu früh, zu schnell im Hamsterrad. Eine Medaille gefunden Schach AG Schuljahr 2018/19. Vor Corona, kann man sich noch daran erinnern, wie es vorher war? Ich weiß es gar nicht. Im April dann die erste Familienfeier seit langem. Der Mai so voll und ein guter Weg. In Hamburg die Prüfungen bestanden. „Still Corner“ spielt im Lido. Matthes hat Jugendweihe, Anton Geburtstag. Die Schatten beobachten mich aus der Ferne. Im Juni mit einem wichtigem Menschen Kaffee und Kuchen in der Innenstadt, lachend ein „wir werden alt“. Anton schafft sein ABI hervorragend und Angus und Julia Stone begeistern mich im Admiralspalast. Im Juli dann auf die AIDA, nie geglaubt das es mir solch einen Spaß macht. So mancher Schatten stürzt ins Wasser und verschwindet in der Strömung. Der August bringt einen neuen Job. „AnNa R“ im Applausgarten in Braunschweig, Einschulung. Ein schöner Monat. Die ersten Gedanken die Schatten heraufzubeschwören, um sie zu verlieren. Im September hat eine Königin Geburtstag und ich lege die Tabletten, die die Schatten einsperren zur Seite. Kichernd stürzen sie sich auf mich. Im Oktober mein Geburtstag, eine kleine Reise, die Großes bewirkt. Die Schatten werden stiller, Leben kriecht an mir hoch. Ich mache einen Witz und die anderen lachen. Es geht noch. Der November steht ganz im Zeichen von „Coco“ und die letzten Schatten sind nur noch schemenhaft fast transparent. „Sind“ spielen im SO36, seit langem mal wieder was mit meinem Bruder gemacht.  Ein ruhiges Weihnachten ein schönes Weihnachten, Silvester mit Coco am Fenster. Die Tabletten haben lange die Schatten eingesperrt, aber nicht nur die. Anscheinend auch meinen Körper. Alles auf die minimale Stufe gesetzt. Was ich mir für mich wünsche im nächsten Jahr? Gesundheit, verdammt viel Gesundheit.

Und sonst so? Sonderausgabe Coco

Gestatten mein Name ist „Coco“, ich bin im August 2024 geboren. Nun bin ich dazu da, dass in meinen Augen viel zu ruhige Leben der Familie mal so gründlich auf den Kopf zu stellen und glaubt mir, Postboten kann ich anbellen…aber wie. Die Rangordnung hat sich sehr schnell verändert. Matthes mein Herrchen Nummer 1 macht das schon sehr gut. Den anderen gestatte ich in einer gnädigen Minute eine kleine Audienz, aber eigentlich mag ich sie auch. So, ich bitte mich zu entschuldigen ich muss durch herzzerreißendes Wimmern oder grummeliges Gebell der Familie klar machen, dass ich jetzt da bin und zeigen wer hier das Kommando hat.

 

Und sonst so? IV

Schon wieder ein Monat her, dass es das letzte „Und sonst so gab“. Was war denn so los. Der eine oder andere Geburtstag, ich glaube familiär 4? Mit dem meiner Mutter (1947 – 1996) noch einer mehr, leider auch ihr Todestag. Weltpolitisch äußre ich mich jetzt mal nicht, war ja auch eher die letzten Tage. Schöne Geschenke, ach ich springe schon wieder in den Gedanken, natürlich das The Cure Album als Vinyl in einer Weißen Limited Edition. Eine schöne Reise nach Goslar. In Goslar das Sparwassertor von 1974 aus Zinnfiguren. Ausflüge nach Bad Harzburg, nach Braunschweig zur geliebten Familie und nach Quedlinburg. Wobei mich als Ort, letzteres am meisten begeisterte. Moment, ich glaube es war noch ein Geburtstag mehr! Ansonsten ist das Leben nicht immer verständlich und Handlungen nicht nachvollziehbar, nein ich möchte nicht auf Details eingehen. Ja und der alltägliche Alltag, der sich in den letzten Tagen aber sehr verändert hat, dazu aber mehr im nächsten „Und sonst so“ und den wird es auch noch heute geben, glaube ich, denke ich, hoffe ich.

Mädchen aus Staßfurt

Verfangen in der Ahnenforschung durchstöbre ich die Bilder der Vergangenheit. Eines fällt heraus. Ich habe den Eindruck es fällt langsam, fällt auf die Vorderseite, auf der Rückseite lese ich 1982. Ich beuge mich runter, hebe es auf, drehe es um. Deinen Namen weiß ich nicht mehr, du warst 14 und ich 15.

Wir waren im Urlaub und unsere Eltern lernten sich kennen und verbrachten viel Zeit miteinander. Dadurch wir auch. Ich erinnre mich wie deine Haare rochen, wenn ich neben dir lief. Seltsam, ja ich schwärmte für dich. Wir waren viel zusammen, ohne zusammen zu sein. Nach dem Urlaub schrieben uns und irgendwann gestand ich dir das ich dich mag.

2 Jahre später besuchten meine Eltern, deine Eltern in Staßfurt. Es war im Herbst. Ich war mittlerweile 17 und du 16. Wir hatten uns verändert und ich erinnre mich an diese seltsame Stimmung zwischen uns in der Küche in diesem alten Haus in Staßfurt. Wir hatten nichts mehr gemeinsam und du einen Freund.

Heute bist du wahrscheinlich 56 Jahre. Ich kann mir nicht vorstellen das du noch in Staßfurt lebst. Egal wo wünsche ich dir Glück, Mädchen aus Staßfurt.

Augenblicke wenn das Herz des Ahnenforschers frohlocket

Anna Herrmine Florentine Elisabeth Butterlin ist eine Cousine des 4.Grades. Ich weiß nicht viel über sie. 1836 geboren, 1837 gestorben. Nur ein Jahr ist sie geworden und doch hilft sie mir sehr weiter, mit dem Eintrag in einem Kirchenbuch. Am 3. Mai 1836 wurde sie getauft und liefert mir Eltern und wahrscheinlich auch Großeltern und eventuell auch das Geburtsdatum. Alles konnte ich noch nicht „übersetzen“, aber das sind die Augenblicke wenn das Herz des Ahnenforschers frohlocket.